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Vogelspinnen

Hier werden Vogelspinnen auf Gattungs- und Artebene vorgestellt...

Kurz und knapp zur Systematik bzw. Einordnung im Tierreich:

Stammgruppe: Articulata (Gliedertiere)

Stamm: Arthropoda (Gliederfüßer)

Unterstamm: Chelizerata (Scherenfüßer)

Klasse: Arachnida (Spinnentiere)

Ordnung: Araneae (Webspinnen)

Unterordnung: Mygalomophae (Vogelspinnenartige)

Familie: Theraphosidae (Vogelspinnen)

Unterfamilie:

  • Aviculariinae
  • Eumenophorinae
  • Harpactrinae
  • Ornithoctoninae
  • Selenocosmiinae
  • Selenogyrinae
  • Stromatopelminae
  • Theraphosinae
  • Thrigmopoinae
  • Acanthopelminae
  • Ischnocolinae

Gattung: z.B. Acanthoscurria

Art: Acanthoscurria suina (Pocock, 1903)

Es gibt derzeit 112 Gattungen die wiederrum 908 verschiedene Arten beinhalten. Derzeit deshalb, weil zum einen immer wieder neue Arten und auch neue Gattungen entdeckt werden können, zum anderen weil es innerhalb der Gruppen immer wieder zu Verschiebungen kommen kann. Hierzu sei der World Spider Katalog von Norman I.Platnick als Referenz genannt.

Ich spare mir hier die Entstehung des Namens "Vogelspinne" sowie die gängigen Einführungssätze, die der einschlägigen Literatur zu entnehmen sind. An späterer Stelle möchte ich noch die meiner Meinung nach besten Bücher zum Thema vorstellen. Literatur, Erfahrungsaustausch untereinander sowie das Lesen in Foren sollten als Grundlage zur Haltung von Vogelspinnen angesehen werden. Ohne das entsprechende Theoriewissen, das man sich optimalerweise vor der Anschaffung einer Spinne aneignet, geht gar nichts. Jeder, der sich ein solches Tier anschafft, sollte im Vorfeld die gleichen Überlegungen anstellt, wie er es auch bei der Anschaffung eines Hundes oder einer Katze tun würde. Vogelspinnen haben eine relativ hohe Lebenserwatung, man liest bei manchen Gattungen von einer Lebenserwartung um die 30 Jahre.

Man kann Vogelspinnen grob einteilen in die Bereiche Baumbewohner, Bodenbewohner und Röhrenbewohner. Es gibt jedoch auch Gattungen, die recht flexibel sind und durchaus auch unterschiedlich gehalten werden können. So gelten z.B. P.murinus eher als Boden/Röhrenbewohner, bei entsprechendem Angebot im Terrarium lassen sie sich aber auch gerne in sehr einladenden Gespinsten in Sträuchern und Ästen nieder. Ausserdem neigen viele Baumbewohner im Spiderling-Stadium dazu, sich in Bodennähe aufzuhalten.

Um die Tiere artgerecht im Sinne der Terraristik halten zu können ist es unbedingt erforderlich, dass man die Habitatsbedingungen der jeweiligen Gattung/Art kennt. Dazu ist es natürlich notwendig zu wissen, welches Tier man denn überhaupt besitzt. Auch hier varriieren die Gattungen sehr. So gibt es im Bereich der Gattungen Avicularia oder Pamphobeteus einige Arten, die nicht eindeutig bestimmbar sind, da es sich entweder um natürliche, oder sogar um nachgezüchtete Hybriden handelt. Dieser Zustand erschwert die Haltung entsprechend und muss natürlich bei eventuell gaplanten Verpaarungen brücksichtigt werden.

Ich persönlich versuche als Privathalter, nur auf Tiere zurückzugreifen, welche aus Nachzuchten kommen. Dies ist ein durchaus vieldiskutiertes Thema. Ich bin der Meinung, dass Wildfänge in Züchterhände gehören, um diese dann professionell nachzüchten zu können. Ziel der Terraristik sollte es sein, den Bedarf an Terrarientieren durch Nachzuchten zu decken. Dies ist meine Meinung bzw. mein Wunsch. Allerdings, und das sollte sich auch jeder Privathalter eingestehen, sind manche Tiere fast nur als Wildfänge zu erhalten (zumindest in manchen Grössen). Näher gehe ich jedoch auf diese Thematik nicht ein.

Generell muss man aber sagen, dass bei Verpaarungen darauf zu achten ist, dass artreine Tiere verpaart werden. Eine Hybridisierung ist abzulehnen. Hier verweise ich gerne an die Ethik-Grundsätze  der DeArGe (Link siehe Linkliste).

In naher Zukunft werde ich meinen Bestand auf südamerikanische Vogelspinnen (Acanthoscurria spp., Brachypelma spp.) umstellen mit dem Ziel, eben diese Gattungen erfolgreich zur Nachzucht zu bringen. Grund hierfür ist, dass diese Gattungen alles bieten, was das Vogelspinnerherz höher schlagen lässt: von mittel- bis grossen Exemplaren, einfarbig bis farbenfroh, defensiv und offensive Arten, seltene und leicht erhältliche Arten.

Allerdings muss man sich auch immer wieder selbst eingestehen, dass man sich nur wirklich schwer auf wenige Gattungen konzentrieren kann, da man immer wieder von den Tieren begeister ist.

Hier werde ich noch detailiert auf die besonderen Haltungsbedingungen usw. eingehen. Mein Ziel ist jedoch auch, tiefer in die Materie der Artbestimmung einzusteigen, d.h., Merkmale zu finden, die eine Identifizierung einer bestimmten Art möglich machen. Hierzu bedarf es natürlich viel Hintergrundwissen, Vergleiche mit den bisher untersuchten Holotypen und eine Menge an Austausch von Tieren, Erfahrungen usw. Damit ist auch klar, dass dies für einen Hobbyhalter wie mich sicher ein sehr langfristiges Projekt werden wird. Und es zeigt, dass man auch mit dem Verpaaren gewisser Gattungen und Arten extrem vorsichtig sein muss, da man nicht weiss, ob es das Tier ist, für das man es hält.

 

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